Wort zum Sport: Österreich das Ausbildungsland
Erwin ‘Jimmy’ Hoffer zu SSC Napoli
Marko Arnautovic zu Inter Mailand
.. Christopher Drazan zu Borussia Mönchengladbach?
In der Gerüchteküche geht es naturgemäß heiß her, sportnet.at berichtet über das Interesse der Fohlen am Rapid-Youngster Drazan. Ich diskutiere in einigen Foren gerne über Fußball mit anderen. Heute las ich von einem User folgenden Satz:
Aber was ist mit dem Verein? Der ist auf Dauer nur noch eine Talentschmiede wie Roter Stern, baut Talente auf, und verkauft sie. Dafür können sie international fast nicht mithalten.
Ja verdammt! Ungeachtet dessen, dass sich Gladbach auf der linken Seite bei Gladbach zuletzt sowieso verstärkt wurde, verstehe ich nicht, warum man diese Umstände kritisiert. Österreich soll ja über kurz oder lang zu einem reinen Ausbildungsland werden. Ist auch das einzig sinnvolle, international gibt’s für uns auch nichts zu holen mit ein paar besseren Legionären und Eigenbauspielern, siehe die jüngere Vergangenheit. Einmal in drei Jahren in die Champions League Gruppenphase und vereinzelte Europa League Vorstöße in ein Achtelfinale ist zu wenig, als dass es sich lohnen würde diesen Weg weiterzugehen.
Österreich als Talenteschmiede und Ausbildungsland
So können sich die jungen Österreicher im Ausland zu gestandenen Spielern entwickeln. Wenn 1-2 davon pro Jahr dann auch wirklich Fuß fassen können, kann das nur positiv sein für unser Nationalteam. Und hier muss für ein kleines Land wie Österreich der Fokus liegen.
Wenn man Kohle scheffelt mit Juwelenverkäufen, warum holt man sich dann nicht potentiellen Ersatz mit routinierten Spielern aus dem ausland, um eben international Fuß zu fassen?
Gefangen im Moment
Ein weiterer Post, der ebenfalls kurzsichtig angelegt ist. Das Geld aus den Erlösen wieder in irgendwelche Ost-Legionäre zu investieren wäre ein fataler Fehler. Das Geld sollte in Infrastruktur und Jugendarbeit investiert werden, um Österreich nicht nur in der Selbstwahrnehmung sondern auch im Ausland als Ausbildungsland zu etablieren. Ich persönlich sehe mir auch lieber spritzige, dynamische, junge Österreicher am Spielfeld an, als irgendwelche ehemaligen tschechischen(whatever) Supertalente, die ihrerseits einem Wallner’schen Schicksal erlegen sind und in Österreich noch einmal kräftig abkassieren wollen..
Best Practice Beispiele gibt es schon
Ein Peter Pacult versteht es in Hütteldorf doch auch die Mischung zwischen Alt/Jung und heimischen und ausländischen Spielern zu finden, auch bei der Austria finde ich klappt das ganz gut. Beim LASK dürfen sich auch die ein oder anderen Youngsters beweisen und bei Sturm wird schon seit einiger Zeit aus der Not jede Saison aufs neue eine Tugend gemacht.
Ich bin mit dem Weg des Ausbildungslandes zufrieden. Ich hoffe nur, dass der einigermaßen eingehalten und nicht nach zwei Saisonen wieder verlassen wird, weil sich irgendein Provinzkaiser einbildet, kurzfristigen Erfolg mit abgehalfterten Legionären haben zu müssen.
