November 22, 2009
Reich an Worten, aber arm an Zeit – Die Blogmisere
Dieser Blogpost ist eine Rechtfertigung an mich selbst und soll ein Mahnmal sein. Im Titel meines Blogs steht wortreich.in – Georg Mahr reich an Worten. Die Tatsache, dass mein letzter Blogpost vom September datiert, liegt mir selbst schon länger schwer im Magen. Ich weiß, dass hier außer einem Designumbau in der letzten Zeit nicht viel passiert ist. Dass mich nun der @martinblumenau in einem scharfzüngigen Tweet darauf aufmerksam macht, soll mir Anstoß genug sein darüber nachzudenken. Dass er fälschlicherweise den Juli als Monat meiner letzten Blogaktivität nennt, soll nicht weiter verwundern – denn im Kern kommt’s auf das Selbe raus und macht keinen Unterschied.

Ich bin nicht allein
In einem Interview mit Ritchie ‘datenschmutz’ Pettauer sagte dieser zu seinen Bloganfängen, sein Ziel war es, jeden Tag eine Geschichte zu machen. In meinem Feedreader sind eine Menge an Blogs, die meisten privaten Blogs davon bewegen sich pi mal Daumen zwischen einem und vier Blogposts pro Woche. (Wahnsinn, was dieses Google schon wieder alles weiß!). Wer in seiner Freizeit bloggt und sich dabei nicht auf YouTube-Sharing oder An-Teasern beschränkt weiß, wieviel Zeit und Hingabe Bloggen in Anspruch nehmen kann. Auch prominente Webbies wie Luca kämpfen hin und wieder mit derlei Blogflauten. Das Wissen über den Zustand und die aktive Reflexion darüber sind der Schlüssel zur Trendumkehr.
Die anderen sind schuld!
Twitter als ein weiteres (jedoch von mir heiß geliebtes) Übel hat vieles, was mich vor einigen Jahren zum Bloggen brachte (YouTube-Sharing, An-Teasern etc. s.o.), obsolet für einen Blog diesen Umfangs gemacht. Im Gespräch mit Menschen, die sich Gedanken über das Social Web machen stimmen mir viele zu, wenn ich meine These vortrage, dass Twitter Blogs entschlackt. So auch bei mir.

Ist da wirklich nichts passiert seit September?
Ein Blogpost soll einen Mehrwert bieten. Der Mehrwert kann für mich schon sein, wenn der oder die LeserIn einen durch den Blogpost angestoßenen Gedankengang weiterführt. Als Blogger muss ich mir daher auch Gedanken machen, was ich bloggen möchte. Der Gedanke für den Blog reift entweder über längere Zeit heran, wie guter Wein (oder schlecht, je nachdem) – oder aber er entsteht schlagartig in einem Akt unbändigen Tippens als Reaktion auf etwas, das mir spontan gröbere Dissonanzen verursacht. Wenn ich in das Dashboard meines WordPress Blogs blicke, sehe ich viele angefangene und auch fast fertige unveröffentlichte Beiträge. Jeder Gedanke für sich, wäre definitiv eine Veröffentlichung wert. Die Gründe, die das verhinderten sind vielfältig – sie aufzuzählen wäre aber müßig und vor allem irrelevant.
Ein inaktives Blog ist ein totes Blog. (Ja, DAS Blog). Ich möchte aus dieser Begebenheit lernen, deshalb schreibe ich es auf und verpflichte mich, mich in Hinkunft daran zu halten.
Confessions of a casual blogger
- Ich habe ein Blog. Es verdient gepflegt zu werden.
- Ich habe mein Blog vernachlässigt.
- Ich hatte die Möglichkeit etwas zu bloggen.
- Ich weiß, dass ein inaktives Blog unattraktiv ist.
- Ich bekenne mich in Zukunft etwas zu tun. Hier auf diesem Blog!
Ich bedanke mich bei @martinblumenau für diesen Denkanstoß und werde diesen Blogeintrag als persönliches Mahnmal für mich und für jeden anderen stehen lassen, der sein Blog vernachlässigt.
Photocredits: sprains & siepert
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Ja, ein Blog zu führen gleicht fast einem Zweitjob. Besonders, wenn man es sich vornimmt, ein paar Artikel pro Woche zu posten. An diesem Vorhaben bin ich auch schon zweimal gescheitert.
Du hast Recht, Tweets sind viel leichter zu pflegen und was den Informationsbehalt betrifft, hinken sie einem Blog kaum hinterher. Auch die Vernetzung gelingt besser als mit einem Blog. Aber das visuelle Empfinden wird von einem Blog besser vermittelt. Hoffentlich findest du mehr Zeit für dein schönes Blog :-)
Möge dein Blog bekommen, was es verdient! Geschrieben von deinen Händen, sollen deine Artikel gelesen werden von Tausenden, nein nein, von Millionen von Lesern! ;-)
Vielleicht einem zweiten Teilzeitjob ;-)
So schlimm muss es ja dann auch wieder nicht geraten, ich bin vermutlich noch auf der Suche. Auf der Suche nach dem Mittelding zwischen monatelang gar nix und beinahe täglich irgendwas.
Twitter (sowie die ebenso populärer werden microblogs à la posterous, tumblr und co.) mag Blogs entschlacken, aber zu ersetzen vermag es ihn nicht, wenn es um langlebigen analytischen Tiefgang, die detailliert-strukturierte Verarbeitung eines Gedankengangs geht.
Die Ergänzung droht halt zum Ersatz zu werden, weil’s dem Blogger selbst auch Spaß macht einfach mal einen Tweet mit Information abzusenden, als die Gedanken in einem Blogeintrag zu channeln und sammeln, was evtl. mehrere Stunden in Anspruch nimmt.
Zeit ist vermutlich das Stichwort, Zeit & Wille..
Ich bewundere jeden Blogger der regelmäßig ausführliche Beiträge schreibt!